Arbeitsproduktivität nach Branchen 2024: Die Schweizer Gesamtwirtschaft wuchs 2024 um 1,2 Prozent.; Im sekundären Sektor sank die Produktivität 2023 um 2,9 Prozent.; In der IT-Branche lag die Produktivität 2016 rund ein Drittel tiefer als 1997.
Bild: Branchenanalyse

Struktur und Beschäftigung

Arbeitsproduktivität nach Branchen: BFS-Kennzahlen

Die Arbeitsproduktivität der Schweizer Gesamtwirtschaft wuchs 2024 zu Preisen des Vorjahres um 1,2 Prozent. 2023 war sie noch um 0,9 Prozent zurückgegangen.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Arbeitsproduktivität

Die Arbeitsproduktivität der Schweizer Gesamtwirtschaft wuchs 2024 zu Preisen des Vorjahres um 1,2 Prozent. 2023 war sie noch um 0,9 Prozent zurückgegangen.

Die BFS-Schätzung für 2024 berücksichtigt eine Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen mit methodischen Verbesserungen und neuen Daten.

Unterschiede zwischen sekundärem und tertiärem Sektor

Der zweite BFS-Indikator ermöglicht die Analyse der Produktivitätsentwicklung auf Ebene der Marktwirtschaft. 2023 sank die Arbeitsproduktivität im sekundären Sektor um 2,9 Prozent – erstmals seit 2012.

Im tertiären Sektor stieg sie 2023 um 0,5 Prozent, nachdem sie während zweier Jahre zurückgegangen war. Dazu trug besonders die höhere Wertschöpfung im Grosshandel bei.

Branchenspezifische Produktivitätstrends

Die BFS-Zahlen für 1997–2016 zeigen unterschiedliche Entwicklungen: In der Telekommunikation stieg die Arbeitsproduktivität in den ersten zehn Jahren nach 2000 stark und tendierte seit der Finanzkrise 2008 abwärts. In der IT-Branche ging sie seit 1997 zurück und lag 2016 rund einen Drittel tiefer als 1997.

Die Telekommunikation ist kapitalintensiv; der technologische Fortschritt steigerte ihren realen Output, ohne dass dafür entsprechend mehr Arbeitskräfte nötig waren. Bei IT-Dienstleistungen wie Programmierung und Beratung steht die Arbeit stärker im Vordergrund, weshalb die Möglichkeiten für Produktivitätssteigerungen begrenzt sind.

Über die Schweizer Gesamtwirtschaft betrachtet stieg die Arbeitsproduktivität zwischen 1997 und 2016 um rund 20 Prozent. Das Wachstum war bis 2008 am stärksten; nach den Rezessionen 2000/01 und 2008/09 gab es leichte Einbrüche, danach nahm die Produktivität nur noch leicht zu.

Produktivitätswachstum nach Unternehmensgrösse

Eine Auswertung des Compnet-Datensatzes misst die Arbeitsproduktivität als Bruttowertschöpfung pro Beschäftigten in Euro. Von 2009 bis 2019 stieg sie bei Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten um rund 32 Prozent; bei Mikrounternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten war das Wachstum leicht negativ.

Seit der Finanzkrise 2008 lag das durchschnittliche jährliche Produktivitätswachstum der Schweiz bei rund 1 Prozent, ähnlich dem OECD-Durchschnitt. Im Jahrzehnt davor waren es rund 1,3 Prozent.

Grosse Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe ziehen laut der Auswertung das durchschnittliche Produktivitätswachstum nach oben. Die Chemie- und Pharmabranche trägt entscheidend zum Produktivitätswachstum in der Schweiz bei.

Methodik und Datenbasis der BFS-Statistiken

Das BFS veröffentlicht die Arbeitsproduktivität nach Branchen jährlich als Teil der Wachstums- und Produktivitätsstatistik (WPS). Der Datensatz «Arbeitsproduktivität nach Branchen zu Preisen des Vorjahres (64 Branchen)» umfasst den Zeitraum 1995–2023 und trägt die BFS-Nummer je-d-04.07.01.03. (BFS-Datensatz)

Nach einer methodischen Überprüfung ist die Arbeitsproduktivität nach Branchen in die reguläre Produktion integriert und wird direkt in der WPS veröffentlicht. Eine gesamtwirtschaftliche BFS-Reihe weist die Arbeitsproduktivität nach tatsächlichen Arbeitsstunden zu Preisen des Vorjahres aus; sie umfasst 1991–2025 (Datenstand: 28.08.2026).

Das BFS beschreibt Arbeitsproduktivität als Effizienz, mit der personelle Ressourcen im Produktionsprozess eingesetzt werden. In den BFS-Zahlen für 1997–2016 wird der wirtschaftliche Output den für die Produktion benötigten Vollzeitäquivalenten gegenübergestellt.

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