Schweizer Branchenstruktur im Überblick: Der primäre Sektor trug 2024 mit 0,6 % zur Bruttowertschöpfung bei.; Der tertiäre Sektor stellte 2025 rund 73,4 % der Wertschöpfung und ist damit dominant.; In der Schweiz gibt es rund 22 offizielle Cluster und 65 bis 70 clusterähnliche Netzwerke.
Bild: Branchenanalyse

Branchenporträts

Schweizer Branchenstruktur: Sektoren, Cluster und Wertschöpfung im Überblick

Die Schweizer Wirtschaft gliedert sich in den primären Sektor mit Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei, den sekundären Sektor mit Industrie, Energie und Bau sowie den tertiären…

Einleitung: Die Schweizer Branchenstruktur im Überblick

Die Schweizer Wirtschaft gliedert sich in den primären Sektor mit Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei, den sekundären Sektor mit Industrie, Energie und Bau sowie den tertiären Dienstleistungssektor. Regionale Cluster verbinden Unternehmen, Zulieferer, Hochschulen und öffentliche Akteure entlang von Wertschöpfungsketten.

Die drei Wirtschaftssektoren und ihre Wertschöpfung

Der primäre Sektor trug 2024 rund 0,6 % zur gesamten Bruttowertschöpfung bei; im Jahr 2000 waren es noch 1,1 %. Der sekundäre Sektor umfasst unter anderem Industrie, Energie und Bau und leistet einen bedeutenden Beitrag zur Wertschöpfung.

Zu den Branchenbeispielen des sekundären Sektors zählen Pharma, Biotechnologie, Medizintechnik, Mikrosystemtechnik, Nanotechnologie, Uhren, Präzisionstechnik, Papier und Maschinenbau. Finanzdienstleistungen, Versicherungen, ICT und weitere Dienstleistungen gehören zu den Beispielen des tertiären Sektors.

Der Dienstleistungssektor stellte 2025 rund 73,4 % der gesamten Wertschöpfung und damit den grössten Anteil. Langfristig hat sich das Gewicht von der Landwirtschaft zu den Dienstleistungen verschoben; die Schweiz ist eine hochgradig tertiärisierte Volkswirtschaft.

Wichtigste Branchen im sekundären Sektor der Schweiz

  1. PharmaHochspezialisiert, führend in Europa
  2. BiotechnologieZentrale Rolle im Life-Science-Cluster NW-Schweiz
  3. MedizintechnikFührende Position in der Schweiz und global
  4. UhrenKern des Uhren-Clusters im Jura-Bogen
  5. PräzisionstechnikStark in Biel, Solothurn und Wil SG

Cluster in der Schweiz: Definition, Verbreitung und Rolle

Das Clusterkonzept geht auf den US-Ökonomen Michael E. Porter zurück, der es 1990 formulierte. Cluster sind Branchennetzwerke entlang der Wertschöpfungskette, an denen Kunden, Lieferanten, Hochschulen, Verbände und Behörden beteiligt sein können; in der Anfangsphase spielt die geografische Nähe eine wichtige Rolle.

Für die Schweiz werden rund 22 offiziell registrierte Cluster und zusätzlich 65 bis 70 clusterähnliche Organisationsformen genannt. Letztere dienen vor allem dem Erfahrungs- und Wissensaustausch.

Zu den regionalen Beispielen zählen der Life-Science-Cluster in der Nordwestschweiz, der Uhren-Cluster im Jura-Bogen, der Schmuck-Cluster in Genf, der Textil-Cluster in St. Gallen und der Medizinal-Cluster in der Region Espace. Präzisions- und Papier-Cluster werden Biel und Solothurn zugeordnet, ein Maschinen-Cluster Wil SG.

Das ICT-Ökosystem im Kanton Zürich umfasst IT-Dienstleistungen, Telekommunikation, Handel und Vertrieb sowie Hardware. Clusteraktivitäten vernetzen Akteure aus Wirtschaft, Hochschulen, Verwaltung und Politik; für 2023 werden unter anderem Kennzahlen zu Arbeitsstätten, Vollzeitäquivalenten und regionaler Verteilung ausgewiesen.

Der Cluster Food & Nutrition wurde im November 2015 gegründet und ist als Verein organisiert. Zu seinen Mitgliedern gehören Akteure aus Lebensmittelverarbeitung, Landwirtschaft, Verpackung und Vertrieb, Bildung und Forschung, dem öffentlichen Sektor sowie Berufs- und Fachverbänden.

Wertschöpfung durch räumliche Nähe und Vernetzung

Räumliche Nähe verkürzt die Wege zwischen Unternehmen, Forschung und öffentlichen Akteuren. Der Austausch von Wissen und die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette können Innovation und Wettbewerbsfähigkeit fördern.

Food & Nutrition verbindet Fachwissen aus Lebensmittelherstellung und -verarbeitung mit Wissen zu Ernährung, Gesundheit und neuen Technologien. Die Zusammenarbeit regionaler Akteure in der Land- und Ernährungswirtschaft soll Innovationen gezielt fördern.

Bei der Standortwahl für einen Forschungsstandort stehen die Verfügbarkeit und Qualifikation internationaler Forschungskräfte an erster Stelle, gefolgt von politischer und ökonomischer Stabilität. Danach folgt die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit Universitäten.

Wichtige Rahmenbedingungen für Cluster sind Bildung, Berufsbildung, Innovationsförderung und Infrastruktur. 2010 sprach sich der Bundesrat gegen eine eigenständige Clusterpolitik des Bundes aus und setzte auf optimale Rahmenbedingungen für die Entstehung und Entwicklung von Clustern.

Mehr aus Branchenporträts