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Standortwahl in der Schweiz: Steuern, Raumplanung und Arbeitsmarkt

Das föderale Steuersystem umfasst Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern. Die Einkommenssteuer unterscheidet sich je nach Kanton und Gemeinde.

Steuerliche Unterschiede zwischen den Kantonen

Das föderale Steuersystem umfasst Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern. Die Einkommenssteuer unterscheidet sich je nach Kanton und Gemeinde.

Ein schweizweiter Gemeindevergleich weist die Steuerbelastung als Prozentsatz des Bruttoarbeitseinkommens aus und umfasst Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern. Vergleichbar sind ledige Personen, verheiratete Personen ohne Kinder, verheiratete Personen mit zwei Kindern und verheiratete Rentnerpaare.

Die auswählbaren Einkommensstufen reichen von 12'500 bis 1'000'000. Gemeinden lassen sich suchen, Kantone eingrenzen und die gewählte Kombination in einer Rangliste anzeigen; für verheiratete Rentnerpaare weist der Bund die drei tiefsten Einkommensklassen nicht aus.

Für Unternehmen reichen die Gewinnsteuersätze in den Kantonshauptorten 2025 von 11,85 Prozent in Zug bis 20,54 Prozent in Bern. Zug, Luzern und Nidwalden lagen 2025 bei den Unternehmenssteuern unter 12 Prozent; die Kantonswahl kann laut Vergleich bis zu 8,7 Prozentpunkte ausmachen.

Bei Unternehmen gehören neben der Gewinnsteuer auch die Kapitalsteuer auf das Eigenkapital in den Vergleich. Durch die OECD-Mindestbesteuerung hat der Steuerwettbewerb etwas an Bedeutung verloren, doch kantonale Steuersätze bleiben für den Grossteil der Unternehmen ein massgebender Standortfaktor.

Standortwahl und raumplanerische Faktoren

Die Standortwahl hängt von Branche und Marktumfeld ab. Nachfrage, Erreichbarkeit und nötige Bewilligungen sind zentrale Faktoren.

Das Raumplanungsgesetz (RPG) verpflichtet seit 1980 dazu, Baugebiet und Nichtbaugebiet zu trennen und Bauzonen auf den Bedarf von 15 Jahren auszurichten. Die Raumplanung ist föderalistisch geprägt: Die 26 Kantone haben eigene Verfassungen und Raumplanungsgesetze; Artikel 75 der Bundesverfassung betrifft die Raumplanung.

In der Innenstadt sind gute Wege zu Fuss und mit dem öffentlichen Verkehr ein Vorteil. In der Agglomeration und auf dem Land zählen die Erreichbarkeit mit dem Auto und genügend Parkplätze.

Toplagen sind meist mit hohen Mietkosten verbunden. Standorte fern von der Kundschaft sind günstiger, können aber höhere Werbekosten nach sich ziehen.

Für eine gewerbliche Nutzung ist in der Regel eine behördliche Bewilligung erforderlich; für viele Gewerbebetriebe gelten zudem strikte Vorschriften. Die Bauämter geben Auskunft zu den Nutzungsbestimmungen.

Eine nummerierte Prüfliste hilft, ein Anforderungsprofil zu erstellen und Kriterien nach ihrer Wichtigkeit zu gewichten. 1. Nachfrage am Standort und Erreichbarkeit für die Kundschaft prüfen.

  1. ÖV- und Privatverkehr, Nähe zu Kundschaft, Lieferanten und Partnerfirmen beurteilen. 3. Zufahrt, Parkplätze, Lademöglichkeiten, Konkurrenz und Quartier berücksichtigen.
  2. Grösse und Anzahl der Räume, Aufteilung, Zugänge und Bodenbelastung prüfen. 5. Baulichen Zustand, Veränderungsmöglichkeiten sowie Infrastruktur und Kommunikation, etwa Telefon, einbeziehen.

Wirtschaftsförderer in Gemeinden und Kantonen unterstützen Jungunternehmen mit Angeboten zur Standortqualität. Technoparks bieten kostengünstige Infrastruktur und das Know-how branchenverwandter Firmen.

Prüfliste für die Standortwahl – Schlüsselkriterien

  • 1. Nachfrage am Standort und Erreichbarkeit für die Kundschaft prüfen
  • 2. ÖV- und Privatverkehr, Nähe zu Kundschaft, Lieferanten und Partnerfirmen beurteilen
  • 3. Zufahrt, Parkplätze, Lademöglichkeiten, Konkurrenz und Quartier berücksichtigen
  • 4. Grösse und Anzahl der Räume, Aufteilung, Zugänge und Bodenbelastung prüfen
  • 5. Baulichen Zustand, Veränderungsmöglichkeiten sowie Infrastruktur und Kommunikation (Telefon) einbeziehen

Arbeitsmarkttrends und flexible Arbeitsmodelle

Der Kantonale Wettbewerbsindikator 2025 sieht Zug beim langfristigen relativen Wachstumspotenzial an erster Stelle, gefolgt von Basel-Stadt und Zürich. Waadt und Aargau weisen ebenfalls eine hohe Wettbewerbsfähigkeit auf.

Neun Kantone bilden ein breites Mittelfeld mit soliden Wachstumsaussichten; sieben weitere haben eine relativ moderate Wettbewerbsfähigkeit. Uri, Graubünden, Wallis, Neuenburg und Jura weisen im Vergleich geringe langfristige Wachstumsaussichten auf.

Gegenüber 2023 verbesserten sich die Wachstumsaussichten für Waadt und Genf. In der Deutschschweiz machten Luzern, St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Bern Fortschritte; Schwyz, Glarus und Appenzell Innerrhoden verzeichneten relative Rückschritte.

Veränderungen der Wachstumsaussichten hängen besonders mit Arbeitsmarkt und Kostenumfeld zusammen; auch der Arbeitskräftemangel prägt die Aussichten. In mehr als der Hälfte der Kantone dürfte die Erwerbsbevölkerung in den kommenden zehn Jahren sinken oder stagnieren.

Der Kantonsvergleich Zug stellt den Kanton den anderen Kantonen und der Schweiz als Ganzes gegenüber. Zu den Vergleichsthemen gehören Arbeitslosenquote, Beschäftigte pro Einwohnerin oder Einwohner, Beschäftigungswachstum seit 2000 und Erwerbsquote.

Homeoffice und Remote-Arbeit gehören für viele Berufstätige zum Alltag; der klassische Büroarbeitsplatz wird durch Modelle wie den Flex Desk ergänzt. Flexible Büros sind für kleine Teams günstiger als ein klassisches Mietverhältnis, und 77 Prozent der Schweizer Unternehmen überdenken ihre Flächenstrategie.

Coworking Spaces und flexible Meetingräume sind Alternativen zu festen Büros. Für die Erreichbarkeit zählen Lage und Ausstattung, für die Nutzung auch Technik und Qualität der Räume.

Vorteile und Herausforderungen von Homeoffice und flexiblen Arbeitsmodellen

Vorteile
Geringere Büroflächenkosten, höhere Mitarbeiterzufriedenheit, bessere Work-Life-Balance
Herausforderungen
Verlust an Teambindung, schwierigere Kommunikation, technische Hürden bei Remote-Arbeit

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