Close-up of metallic pills and blister packs on a dark surface, showcasing healthcare themes.
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Regionaldaten

Branchencluster Schweiz: Kantonale Life-Sciences-Schwerpunkte

In der Schweiz haben sich mehrere Pharma-Cluster etabliert.

Warum sich kantonale Branchencluster unterscheiden

In der Schweiz haben sich mehrere Pharma-Cluster etabliert.

Die Hauptstadtregion Schweiz bildet einen weiteren Life-Sciences-Verbund mit Bern, Freiburg, Neuenburg, Solothurn und Wallis.

Life Sciences: Basel als Pharma-Hochburg, Zürich als Medtech- und Biotech-Zentrum

Der Pharma-Cluster Region Basel umfasst Basel-Stadt und Basel-Landschaft. In der Region sind rund 800 Life-Sciences-Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette von Forschung und Entwicklung bis zur Vermarktung tätig.

In der Region Basel arbeiten rund 28 000 Personen in der Pharmaindustrie, 61 Prozent aller Beschäftigten der Schweizer Pharmaindustrie. Über 33 000 Life-Sciences-Erwerbstätige entsprechen 7,2 Prozent der regionalen Beschäftigung; die Branche erwirtschaftet über ein Drittel der regionalen Wertschöpfung, rund 25,6 Milliarden Franken.

Die Life-Sciences-Industrie der Region Basel trägt 51,7 Prozent zu den gesamten Schweizer Exporten der Branche bei. Forschung an Hochschulen und Instituten sowie klinische Forschung an den Universitätsspitälern gehören zum regionalen Innovationsumfeld.

Der Zürcher Life-Sciences-Sektor erreichte 2019 eine Wirtschaftsleistung von 5,3 Milliarden Franken und 8,5 Prozent der Schweizer Life-Sciences-Wertschöpfung. Mit rund 18 900 Vollzeitäquivalenten lag Zürich im interkantonalen Vergleich hinter Basel-Stadt; bei Medtech, Biotech sowie medizinischer Forschung und Entwicklung hatte Zürich jeweils die meisten Arbeitsplätze.

Zürich zählt über 11 200 Medtech-Arbeitsplätze und eine Medtech-Wertschöpfung von rund 2,3 Milliarden Franken. Diese Wertschöpfung wuchs von 2009 bis 2019 real durchschnittlich um 4,9 Prozent pro Jahr; die Wirtschaftsleistung der Zürcher Life Sciences nahm in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 5 Prozent jährlich zu.

Rund 30 Prozent der in Zürich aktiven Patente in Zukunftstechnologien stammen aus den Life Sciences. Die Zahl der Weltklasse-Patente in Medtech, Biotech und Pharma stieg stärker als weltweit; in der Zürcher Wirkstoffforschung wuchsen aktive Weltklasse-Patente seit 2000 jährlich durchschnittlich um 14 Prozent, in Krebstherapien um 16 Prozent.

Zum Zürcher Innovationsumfeld gehören der Bio-Technopark Schlieren-Zürich mit dem Roche Innovation Center und der Balgrist Campus. Im Raum Zürich gibt es mindestens 70 Digital-Health-Start-ups sowie weitere kleine und mittlere Unternehmen; Life Sciences zählen neben ICT zu den wachstumsstärksten Branchen des Kantons.

Die Kennzahlen sind nicht direkt gleichzusetzen: Für Basel werden Erwerbstätige einer Region ausgewiesen, für Zürich Vollzeitäquivalente des kantonalen Sektors. Sie zeigen unterschiedliche Profile: Basel ist besonders stark in Pharma, Zürich in Medtech, Biotech und medizinischer Forschung und Entwicklung.

Kantonale Life-Sciences-Profilvergleich: Basel vs. Zürich

  • 11Medtech-Arbeitsplätze
  • 2019Medtech-Wertschöpfung — 2,3 Mrd. CHF
  • 10Wachstum der Zürcher Life-Sciences-Wertschöpfung ( Jahre) — >5 % jährlich

Zentralschweiz: Heterogene Grossregion mit tiefer Steuerlast und starker Industrie

Der Life-Sciences-Wirtschaftsraum Zug umfasst rund 360 Unternehmen mit insgesamt etwa 9 600 Beschäftigten. Neben kommerziellen Funktionen haben medizinische, klinische und operative Tätigkeiten an Bedeutung gewonnen.

Zu den internationalen Pharma- und Biotech-Unternehmen in Zug zählen Biogen, Amgen, Janssen (Johnson & Johnson), Bristol Myers Squibb, AstraZeneca, AbbVie, GSK (Onkologie), Sanofi und Gilead. In den vergangenen zehn Jahren wählten rund 60 US-Biotech-Unternehmen Zug als europäischen oder internationalen Standort.

Herausforderungen peripherer Regionen und die Rolle der Neuen Regionalpolitik

Für die Hauptstadtregion Schweiz wurden 2016 rund 35 Prozent der schweizweiten Medtech-Arbeitsplätze und rund 20 Prozent der Pharma- und Biotech-Arbeitsplätze ausgewiesen. Der Verbund umfasst Bern, Freiburg, Neuenburg, Solothurn und Wallis.

Für Solothurn wurden über 100 Unternehmen an mehr als 30 Standorten genannt, mit einem Umsatz von zwei Milliarden Franken. Rund 6 000 Beschäftigte entsprachen zwölf Prozent der schweizweit etwa 50 000 Mitarbeitenden in der Medizinaltechnologie.

Im Kanton Freiburg erwirtschafteten die Life Sciences 2023 eine Wertschöpfung von über 1,5 Milliarden Franken und beschäftigten 3 300 Vollzeitäquivalente. Zusammen mit Aktivitäten entlang der Wertschöpfungsketten ergab sich eine Wertschöpfung von 1,96 Milliarden Franken, entsprechend 10 Prozent der Freiburger Wirtschaft.

Zum Freiburger Life-Sciences-Umfeld gehören CSL Vifor, Grifols, OM Pharma, UCB und Verfora. UCB Farchim ist in Bulle präsent und hat seit der Ansiedlung im Kanton 1996 über 650 Millionen Franken investiert.

Für Innovation sorgen Standorte von Switzerland Innovation in Biel, Neuenburg, Freiburg und Sion. Zum regionalen Netzwerk zählen zudem SICHH, BCC, CSEM, sitem Insel, BioArk und die Initiative B for Health in Burgdorf.

Wertschöpfung der Life Sciences in ausgewählten Regionen (2023)

Solothurn
2 Mrd. CHF (Umsatz)
Hauptstadtregion (Bern, Freiburg, Neuenburg, Solothurn, Wallis)
nicht direkt vergleichbar

Vorteile und Herausforderungen peripherer Life-Sciences-Regionen

  • VorteileGeringere Steuerlast, wachsende medizinische und klinische Tätigkeiten, internationale Ansiedlungen, Förderung durch Innovationssysteme wie Switzerland Innovation
  • HerausforderungenGeringere Dichte an Forschungseinrichtungen, geringeres Wachstumspotenzial im Vergleich zu Basel oder Zürich, begrenzte Infrastruktur für Start-ups

Fazit: Kantonale Clusterprofile im Überblick

Die Region Basel verbindet eine starke Pharmaindustrie mit hoher Life-Sciences-Wertschöpfung und bedeutenden Exporten. Zürichs kantonales Profil wird von Medtech, Biotech, medizinischer Forschung und Entwicklung sowie Digital Health geprägt.

Zug ist ein Standort für internationale Pharma- und Biotech-Unternehmen mit rund 360 Life-Sciences-Unternehmen. In der Hauptstadtregion verbindet ein überkantonaler Medtech- und Pharma-Biotech-Verbund die fünf Kantone; Solothurn und Freiburg weisen eigene Beschäftigungs- und Wertschöpfungsprofile aus.

Top-Kantone nach Anteil an Schweizer Life-Sciences-Wertschöpfung

  1. Zürich8,5 %
  2. Hauptstadtregion20 % Pharma/Biotech-Arbeitsplätze

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